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Die Höllentalbahn
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KBS 727
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Im vorletzten Jahrhundert kamen Pläne auf, eine Bahnlinie durch das Höllental,
das für die Reisenden damals wahrlich die Hölle war, zu bauen. Doch die hohen
Kosten und die technischen Schwierigkeiten zogen die Verwirklichung immer wieder in die
Länge. Schließlich wurde der Eisenbahningenieur und Erbauer der Gotthard- und
Schwarzwaldbahn mit der Durchführung betraut. Im Jahr 1884 war Baubeginn. Am 23. Mai 1887
konnte der badische Großherzog Friedrich I. die 36 km lange Strecke von Freiburg
nach Neustadt einweihen.
Da die Strecke auf der rund 12 km langen Steilrampe zwischen Himmelreich und Hinterzarten
Steigungen bis 1:18 (etwa 55 Promille) aufweist, wurde der Betrieb mit Zahnradlokomotiven
der badischen Baureihe IXa aufgenommen. 1910 wurden diese Maschinen von weiterentwickelten
Lokomotiven vom Typ IXb abgelöst. In den Jahren 1932 bis 1933 wurden von der
Firma Henschel die Lokomotiven der Baureihe 85 entwickelt und gebaut. Dadurch wurden die
Zahnradlokomotiven überflüssig, und die Zahnstange konnte ausgebaut werden.
1936 wurde die Strecke elektrifiziert, und zwar mit Wechselstrom 20kV 50Hz. Die Firmen
AEG, BBC und Siemens rüsteten vier Lokomotiven für dieses Stromsystem aus. Auch
ein anderes Bremssystem wurde eingebaut. Die Lokomotiven wurden in der Baureihe E 244
zusammengefasst. 1950 kam noch eine weitere Lokomotive dazu.
Am 20. Mai 1960 erfolgte dann die Umstellung auf die in Deutschland übliche Frequenz
von 16 2/3 Hz. Die Lokomotiven der Baureihe E 45 waren mit Wechselstrombremse ausgerüstete
E 44. Ab 1972 wurden die Züge mit Lokomotiven der Baureihe 139 bespannt.
Heute erfolgt der Betrieb mit Maschinen der Baureihe 143, die sich sehr gut auf den Steilstrecken
bewähren, und mit Doppelstockwagen im Halbstundentakt.
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Bilder vom 20. Juni 2001
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Damals bin ich den Abschnitt zwischen Hinterzarten und Himmelreich entlanggewandert
und habe einige Fotos von ihm gemacht. Leider ist oft die Aussicht auf die Strecke zugewachsen.
Auch am Bahndamm entlang stehen viele Bäume, so daß es nur wenige Fotostandpunkte gibt.
Trotzdem glaube ich, daß ein paar Fotos es wert sind, von mehr als nur einer Person
gesehen zu werden.
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Hier im Bahnhof Hinterzarten begann meine Wanderung. Die RB 18569 verläßt
den Bahnhof in Richtung Seebrugg.
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Vom alten Ravenna-Viadukt sind noch die Widerlager vorhanden. Es wurde im Jahr 1885 mit
einem Radius von 240 m und einer Steigung von 1:20 als Eisenfachwerkbrücke
gebaut. In 37 m Höhe überquerte man damals die Ravenna. Die Brücke ruhte auf
drei gemauerten Pfeilern. Die Brückenkästen hatten eine Spannweite von 35 m.
Die Achslast auf ihr war auf 14 t begrenzt. Abgebaut wurde sie 1928.
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Das neue Ravenna-Viadukt wurde in den Jahren 1928/29 als vollständig gemauertes
Viadukt gebaut. Die größte Höhe beträgt 36 m, die Länge
der Brücke 224 m. Auf dieser Länge wird eine Höhendifferenz von
12 m bewältigt. Ursprünglich war auf der Brücke eine Zahnstange
vorhanden, die aber 1933 abgebaut wurde. Nach Kriegsende wurde die Brücke von deutschen
Truppen gesprengt. Ein Ersatzverkehr zum Zugbetrieb wurde mit Holzgas-Lastwagen eingerichtet.
Französische Truppen bauten 1947/48 das Viadukt wieder auf, da die Strecke zur Abfuhr
des Holzes (Reparationsleistung) nach Frankreich gebraucht wurde. In dieser Form ist
die Brücke heute noch erhalten.
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Längst halten am Bahnhof Höllsteig keine Züge mehr. Auch die von 143 332
gezogene RB 18577 fährt ohne anzuhalten weiter in Richtung Titisee.
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Vom ehemaligen Bahnhof Posthalde ist nicht mehr viel zu sehen. 143 315 zieht eine
Regionalbahn bergwärts.
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143 331 verläßt den 203 m langen Kehre-Tunnel durch das Ostportal.
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Diese Regionalbahn hat eben den Kehre-Tunnel talwärts verlassen, und wird gleich
den Bahnhof Hirschsprung erreichen.
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143 911 durchfährt den Bahnhof Hirschsprung bergwärts. Auch dieser
Bahnhof ist dem Zerfall preisgegeben.
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Ein Schild am Schwerkleinwagen 53 0419 besagt, daß dieser Wagen auf der
Höllentalbahn eingesetzt werden darf. Die maximale Geschwindigkeit talwärts
beträt 25 km/h. Abgestellt in Hirschsprung.
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Die RB 18584 durchfährt Hirschsprung in Richtung Freiburg.
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Schwer zu erkennen ist der Zug, der in den 128 m langen unteren Hirschsprung-Tunnel
einfährt. Rechts oben im Bild ist der Hirsch zu sehen, der einmal, um seinen
Jägern zu entkommen, über die Schlucht gesprungen sein soll.
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Der Falkenstein-Tunnel ist nur 72 m lang. 143 313 hat ihn eben in Richtung
Titisee durchfahren.
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56 Meter lang ist die Brücke über Engenbachtobel. Eine 143er ist mit der RB 18590 auf der
Fahrt nach Freiburg.
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Auf dem gemauerten Bahndamm bei Falkenstein fährt 143 911 mit der RB 18579
bergwärts.
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Einfahrt für 143 331 in den Kreuzungsbahnhof Himmelreich. Mit diesem Zug, der
RB 18599, bin ich wieder zurück nach Hinterzarten gefahren.
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Am 10. Juli 2008 habe ich die Strecke nochmals besucht. Die Lokomotiven und Wagen sind mittlerweile alle
verkehrsrot lackiert. Leider mußte ich feststellen, dass der Bewuchs am Bahndamm nicht kleiner geworden ist.
Trotzdem hat es ein paar schöne Bilder gegeben.
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Zwischen Röthenbach und Neustadt wird das Flüsschen Gutach überquert.
611 016/516 ist als RE 3206 aus Ulm nach Neustadt unterwegs. In wenigen Minuten wird er sein Ziel erreicht
haben.
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Gleich nebenan befindet sich der ehemalige Bahnhof Kappel-Gutachbrücke. Hier zweigte einst die Nebenbahn nach
Lenzkirch und Bonndorf ab. Auf dieser Trasse verläuft heute der "Bähnle-Radweg".
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611 016/516 durchfährt als RE 22306 nach Rottweil den ehemaligen Bahnhof Kappel-Gutachbrücke.
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In Neustadt endet der Fahrdraht aus Richtung Freiburg. Fahrgäste, welche weiter Richtung nach Donaueschingen
wollen, müssen hier umsteigen. 143 332 fährt mit der RB 31751 aus Freiburg auf Gleis 2 ein.
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Weiter ging es zum Ravennaviadukt. In 36 Meter Höhe überquert eine mir unbekannt gebliebene 143er
mit der RB 31579 die Brücke in Richtung Neustadt.
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Leider bin ich ein bisschen zu spät gekommen. Die rechte Seite liegt schon im Schatten. 143 042 bremst
die RB 31574 talwärts.
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Ein bisschen Kletterarbeit war nötig, um an diesen Standpunkt zu kommen. 143 316 hat das 224 Meter
lange Viadukt mit der RB 31577 nach Seebrugg überquert, und fährt gleich in den Ravenna-Tunnel ein.
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Nur ein kurzer Fussmarsch war nötig, um zum ehemaligen Bahnhof Höllsteig zu kommen. Er wirkt, als ob hier
wieder Züge halten würden, dem ist jedoch nicht so. Ein Nachschuss auf 143 364 welche die
RB 31580 an dem gepflegten Bahnsteig vorbei schiebt.
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Der Bahnhof Hirschsprung ist hinter den Bäumen kaum noch sichtbar. Die RB 31518 nach Seebrugg hat
143 042 als Vorspann.
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